graffiti nuclear Japan

Freeware-Update infiziert japanisches Atomkraftwerk mit Malware

Japanischen Medien zufolge ist ein Computer im Kontrollraum des japanischen Atomkraftwerks Monju mit malware infiziert worden. Nach offiziellen Angaben ist einer der acht Computer von einem Virus befallen worden von dem man vermutet, dass er einige Daten abgefangen hat.

Die japanische Atomenergieagentur teilte mit, dass der betreffende Computer von den Angestellten vor allem für die Erstellung von Berichten genutzt wurde und bei der Steuerung der Anlage keine maßgebliche Rolle spiele. Auf dem PC waren allerdings auch vertrauliche Emails, Personaldaten und Übungsprotokolle gespeichert. Dennoch gehen die Verantwortlichen davon aus, dass keine Informationen nach außen gedrungen sind, die die Sicherheit der Anlage gefährden.

Die malware wurde bereits am 2. Januar entdeckt, als der befallene Computer am Nachmittag begann, mit einer verdächtigen Webseite zu kommunizieren. Infiziert wurde der Rechner offenbar beim Laden eines Updates für einen Freeware-Videoplayer. In den Tagen nach dem Software-Update wurden mehr als 30 Zugriffe auf das System im Kontrollraum verzeichnet. Nach ersten Erkenntnissen führt die Spur des Virus nach Süd-Korea.

Die Infektion über Freeware macht es unwahrscheinlich, dass es sich bei dem Virus um eine detailliert geplante und ausgefeilte Cyber-Attacke handelt. Vielmehr stellt sich die Frage, warum Rechner im Kontrollraum eines Atomkraftwerkes ans Internet angeschlossen sind und Angestellte ohne Weiteres Software-Pakete aus dem Internet laden können.

Monju nuclear plant Japan

Monju ist der einzige schnelle Brutreaktor Japans. Er liegt in der Präfektur Fukui, rund 180 Kilometer von Osaka entfernt. Schon drei Monate nachdem die Anlage 1995 ans Netz ging, gab es einen schweren Störfall bei dem Natrium aus dem Kühlkreislauf austrat. Aufgrund chemischer Reaktionen begannen einige Teile der Anlage zu schmelzen. Die Betreibergesellschaft versuchte die Schwere des Vorfalls zu vertuschen, indem sie Berichte fälschte und Angestellte einschüchterte. Der Skandal kam dennoch ans Licht und löste Entsetzen in der Bevölkerung aus.

Als die japanische Atomenergiekommission im Jahr 2000 ankündigte, die Anlage wieder in Betrieb nehmen zu wollen, flammte die Diskussion um den Reaktor erneut auf. Mehrere Gerichtsverfahren, die die Wiederbelebung der Anlage verhindern sollten, scheiterten. In den Folgejahren traten dennoch wiederholt kleinere Störfälle auf. Erst im Jahr 2010 ging die Anlage erneut in den Testbetrieb. Bereits im August 2010 kam es zu einem erneuten Störfall, als ein Gerät zur Brennstoffbefüllung abstürzte und den Reaktor beschädigte. Das Gerät konnte erst Monate später geborgen werden.

Erst im November 2013 hatte die japanische Nuclear Regulation Authority der Atomenergieagentur vorgeworfen, die Atomanlage in Monju nicht ausreichend gegen Terror-Attacken zu schützen. Der jetzt bekannt gewordene Vorfall scheint ihr Recht zu geben. Die Betreiber kündigten an, den Vorfall zu untersuchen.

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Japanischen Medien zufolge ist ein Computer im Kontrollraum des japanischen Atomkraftwerks Monju mit malware infiziert worden. Nach offiziellen Angaben ist einer der acht Computer von einem Virus befallen worden von dem man vermutet, dass er einige Daten abgefangen hat.

Die japanische Atomenergieagentur teilte mit, dass der betreffende Computer von den Angestellten vor allem für die Erstellung von Berichten genutzt wurde und bei der Steuerung der Anlage keine maßgebliche Rolle spiele. Auf dem PC waren allerdings auch vertrauliche Emails, Personaldaten und Übungsprotokolle gespeichert. Dennoch gehen die Verantwortlichen davon aus, dass keine Informationen nach außen gedrungen sind, die die Sicherheit der Anlage gefährden.

Die malware wurde bereits am 2. Januar entdeckt, als der befallene Computer am Nachmittag begann, mit einer verdächtigen Webseite zu kommunizieren. Infiziert wurde der Rechner offenbar beim Laden eines Updates für einen Freeware-Videoplayer. In den Tagen nach dem Software-Update wurden mehr als 30 Zugriffe auf das System im Kontrollraum verzeichnet. Nach ersten Erkenntnissen führt die Spur des Virus nach Süd-Korea.

Die Infektion über Freeware macht es unwahrscheinlich, dass es sich bei dem Virus um eine detailliert geplante und ausgefeilte Cyber-Attacke handelt. Vielmehr stellt sich die Frage, warum Rechner im Kontrollraum eines Atomkraftwerkes ans Internet angeschlossen sind und Angestellte ohne Weiteres Software-Pakete aus dem Internet laden können.

Monju nuclear plant Japan

Monju ist der einzige schnelle Brutreaktor Japans. Er liegt in der Präfektur Fukui, rund 180 Kilometer von Osaka entfernt. Schon drei Monate nachdem die Anlage 1995 ans Netz ging, gab es einen schweren Störfall bei dem Natrium aus dem Kühlkreislauf austrat. Aufgrund chemischer Reaktionen begannen einige Teile der Anlage zu schmelzen. Die Betreibergesellschaft versuchte die Schwere des Vorfalls zu vertuschen, indem sie Berichte fälschte und Angestellte einschüchterte. Der Skandal kam dennoch ans Licht und löste Entsetzen in der Bevölkerung aus.

Als die japanische Atomenergiekommission im Jahr 2000 ankündigte, die Anlage wieder in Betrieb nehmen zu wollen, flammte die Diskussion um den Reaktor erneut auf. Mehrere Gerichtsverfahren, die die Wiederbelebung der Anlage verhindern sollten, scheiterten. In den Folgejahren traten dennoch wiederholt kleinere Störfälle auf. Erst im Jahr 2010 ging die Anlage erneut in den Testbetrieb. Bereits im August 2010 kam es zu einem erneuten Störfall, als ein Gerät zur Brennstoffbefüllung abstürzte und den Reaktor beschädigte. Das Gerät konnte erst Monate später geborgen werden.

Erst im November 2013 hatte die japanische Nuclear Regulation Authority der Atomenergieagentur vorgeworfen, die Atomanlage in Monju nicht ausreichend gegen Terror-Attacken zu schützen. Der jetzt bekannt gewordene Vorfall scheint ihr Recht zu geben. Die Betreiber kündigten an, den Vorfall zu untersuchen.